Sa., 28. Februar 2026
Sternpilgerung
Schritte nach Mauer im Gedenken
Eine Sternwanderung führte etwa 90 Menschen in die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt Mauer, um der Euthanasieopfer zu gedenken.
Zeillern, Neuhofen, Aschbach, Amstetten und das Bildungszentrum St. Benedikt in Seitenstetten waren die Ausgangspunkte für die Sternpilgerung, die am 28. Februar in die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt Mauer führen sollte, um dort der während des 2. Weltkrieges verübten Verbrechen zu gedenken.
Schon am Weg dorthin wurden unter Anleitung von Pilgerbegleitern Schicksale von Menschenopfern aufgegriffen sowie über deren Biografie und Krankengeschichte berichtet. „Wir haben uns mit der leidvollen Lebensgeschichte des Josef Schmutz aus Windpassing beschäftigt, der wahrscheinlich an einer Medikamentenüberdosis gestorben ist“, berichten Johanna und Anton Knoll, die sich mit ihrer Gruppe unterwegs aber auch mit Bischof Memelauer und dessen Silvesterpredigt für die Würde des Menschen beschäftigt haben.
In Mauer angekommen wurde der Anstaltsfriedhof besucht, wo Monika Angerer und Peter Haberfehlner im Gedenken an die dort Begrabenen sowie die „vergessenen Gräber und Namen“ sprachen. Der weitere Weg durch das heutige Klinikum führte zu dem für die Euthanasie-NS-Opfer errichteten Mahnmal von Florian Nährer, der selbst sein Denkmal „Himmelstreppe“ erklärte. Die abschließende Andacht fand unter dem positiven Motto „Du zeigst mir den Weg zum Leben“ in der Kirche des Klinikums statt, wo der Bewohner- und Ehrenamts-Chor des Pflege- und Betreuungszentrums unter Eva Illich mehrere Lieder vortrug, die Geschichten der auf den Pilgerstäben namentlich festgehaltenen Opfer in Gottes Hand gelegt werden sollten und Gedanken des Friedens aufgegriffen wurden. Mit Segenswünschen und einer Agape schloss diese denkwürdige Veranstaltung.
Text: Josef Penzendorfer