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Ausstellungseröffnung "Ein Blinder weist der Menschheit den Weg"

Ausstellungseröffnung "Ein Blinder weist der Menschheit den Weg"

Do., 09.05.2019

Ausstellungseröffnung "Ein Blinder weist der Menschheit den Weg"

Kursnummer:2019-05-09

Beschreibung:

Do, 9. Mai 2019, 19 Uhr
Ausstellungseröffnung
"Ein Blinder weist der Menschheit den Weg"
Bildungszentrum St. Benedikt in Seitenstetten

Präsentation der Schulprojekte
NMS Ertl - VS, NMS u. PTS St. Peter/Au -
VS, NMS u. Stiftsgymnasium Seitenstetten - Realgymnasium Waidhofen/Ybbs

Eröffnung: Bildungsdirektor HR Mag. Johann Heuras

Die Ausstellung ist bis 20. Aug. zu den Öffnungszeiten
des Bildungshauses frei zugänglich.



Dr. Stefan Matzenberger, geb. am 5. Mai 1919 im Schindelmacherhaus zu Ertl, besuchte bis 1938 in Seitenstetten, danach in Waidhofen/Ybbs das Gymnasium, wo er mit Auszeichnung maturierte. Im April 1940 wurde er zur Deutschen Wehrmacht eingezogen, im kalten Kriegs-winter 1941/42 war er als Sanitäter und Regimentsmelder der 6. Armee nach Stalingrad unterwegs, als er 23-jährig von etwa 40 Granatsplittern einer 12,6-cm-Granate getroffen wurde und dadurch sein Augenlicht verlor. Dass er trotz dieser schweren Verwundungen am Leben blieb, bezeichnete er selbst als Wunder.
Vom Kriegslazarett in Charkow wurde er nach Kiew und später in das Berliner Gertrauden-Krankenhaus gebracht, wo er beschloss, Jus zu studieren. Er lernte die Blindenschrift, ihre Kurzschrift und auch Schreibmaschinschreiben. Wieder einigermaßen genesen, begab er sich nach Hause. Seine Schwester Rosina nahm sich ihres jungen blinden Bruders an. Als seine Begleiterin verlor sie im Februar 1945 während einer Bahnfahrt von Wien nach St. Peter/Au nahe Neumarkt/Ybbs bei einem Tieffliegerangriff ihr Leben.
Derartige Kriegserlebnisse beeinflussten Stefan Matzenbergers weiteren Lebensweg. Als Blinder studierte er Rechtswissenschaften in Marburg an der Lahn und in Wien, wo er 1947 zum Dr. jur. promovierte. All seine weiteren Studien stellte er in den Dienst der Friedensforschung, sein ganzes Leben sollte der Förderung des (Welt)Friedens dienen. Er hielt viele Vorträge, schrieb fast 20.000 Briefe an Päpste, Präsidenten sowie namhafte Persönlichkeiten und pflegte stets rege Konversation mit österreichischen Politikern. Die Einführung des Weltfriedenstages (1. Jänner), des Zivildienstes in Österreich sowie die Gründung der Pax-Christi-Bewegung sind mit ihm verbunden.
Dr. Stefan Matzenberger verfasste zwei Bücher zur Friedensthematik und wurde viermal für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Er lebte mit seiner Frau Elisabeth, geb. Kadlec, die ihn seit seinen Studienjahren in all seinen Bestrebungen maßgeblich unterstützte und vier Kindern das Leben schenkte, in Wien, wo er 1986 verstarb.
Quelle: Karl Schlögelhofer, Dr. Stefan Matzenberger 1919-1986, in: Ertl Heimatbuch, Ertl 1992, S. 97 ff.

Termine und Zeiten:

Termin: Donnerstag, 09.05.2019 von 19.00-21.00 Uhr